Lange Zeit galt der 2. Bezirk Wiens als verruchter Ort, was nicht zuletzt am Rotlichtmileau lag, das hier florierte. Heute hat sich das Grätzel (österreichisch für Viertel) zum angesagten Szenetreff gemausert. Es bietet tolle Cafés, charmante Lädchen und Märkte. Nachhaltigkeit wird hier übrigens auch groß geschrieben. Meine neun Tipps für eine Tour rund um die Praterstraße.

NomNom vegan bakery
Was soll ich sagen – schon der der Anblick des niedlichen Interieurs von Wiens erster veganen Café-Konditorei löst pures Entzücken aus. Und dann all die süßen Köstlichkeiten … Es gibt sogar eine Star-Wars-Torte und essbare Kartenarten. Regelmäßig finden tolle Back-Workshops statt. Die NomNom vegan bakery ist ein absolutes Muss für alle Naschkatzen.
Lilienbrunngasse 5
www.nomnom-v.com

Kaas am Markt
Weiter gings zum Karmelitermarkt, der ein beliebter Treffpunkt für Wiens junge Szene ist. Eine Slow-Food-Corner findet ihr hier auch. Kaas am Markt bietet – wie der Name schon sagt – hervorragende Käsespezialitäten und vieles mehr, das von kleinen österreichischen Bauern und Produzenten stammt. Auch das hier hergestellte Brot ist nicht umsonst sehr gefragt.
Karmelitermarkt 33-36
www.kaasammarkt.at

Up-store: Upcycling and more
Früher hat Inhaber Uli Kasess als Key-Accounter gearbeitet, dann schmiss er seinen Bürojob hin, um etwas Kreatives zu machen. »Das Schmerzensgeld hat einfach nicht mehr ausgereicht«, sagt er, deswegen habe er sich seiner Leidenschaft gewidmet – dem Upcycling. Das Ergebnis kann man in seinem kleinen Laden bewundern. Von Garderoben aus Gabeln bis hin zu einem Badewannen-Sofa – es gibt fast nichts, das es im Up-Store nicht gibt. Auf seiner Website findet ihr spannende Live-Videos dazu, wie manche seiner Produkte entstanden sind.
Karmelitergasse 7
www.up-store.at 

Bocca Lupo
In diesem extravaganten Lädchen gibt es »Prachtstücke der Vintage Couture, die nur auf eine zweite Chance warten.« Schicke Teile von Chanel, Gucci und Prada gehören dazu. Mindestens genauso spannend ist allerdings der Lebenslauf von Inhaberin Ingrid Duc. Auch dieser Shop ist allein wegen seiner Innenausstattung ein echter Hingucker!
Praterstraße 14
www.boccalupo.at

Balthasar
»Beim Kaffee findet eine ähnliche Bewegung statt, wie bei Wein«, erzählt uns Inhaber und ehemaliger Haubenkoch Otto Bayer und serviert direkt einen Cold Drip in passenden Gläsern. Dieser ist bei den schwülen Temperaturen herrlich erfrischend und hat ein beeriges Aroma. Hundert Euro das Kilo kostet dieser exklusive Kaffee. Es gibt natürlich auch günstigere Kaffeevarianten. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: sie stammen aus direktem Handel. Stolz ist der Besitzer auch auf die Kaffeemaschine von Slayer, die als der Star unter den Kaffeemaschinen gilt.
Praterstraße 38
www.balthasar.at

Michael Blank
Es folgte eine Station, die sicher auch viele Männerherzen höher schlagen lässt: Eine kleine Schmiede, in der uns Künstler Michael Blank zeigte, wie ein gutes Messer entsteht. Blank beherrscht diese Kunst perfekt und wird dafür von manch einem Spitzenkoch sehr geschätzt. Wer etwas Zeit in Wien mitbringt, sollte unbedingt einen seiner Schmiede-Workshops besuchen.
Mayergasse 5
www.michaelblank.at


Supersense
Das Supersense ist definitiv einer der coolsten Läden, die ich je gesehen habe. Ein Ort, der alle Sinne berührt. Hier steht eine der größten Sofortbildkameras der Welt, ihr könnt euch eine individuelle Flaschenpost erstellen lassen oder lieben Menschen im Smell-Lab einen Duft »einfangen« lassen, den sie in einem schönen Moment öffnen, um diesen Duft für immer damit zu assoziieren. Man kann es alles schlecht erklären, ihr müsst einfach selber kommen. Berühmtheiten wie Gregory Porter, Kandace Springs oder die Fantastischen Vier haben hier übrigens schon limitierte Platten aufgenommen.
Praterstraße 70
www.the.supersense.com

artemezzo
 Wien wie ein Wiener erleben – die Kultur-Touren von artemezzo machen das möglich. Das Themenangebot ist groß und man kann zwischen öffentlichen und privaten Touren wählen. Unsere Runde durch Wiens neues Szene-Viertel – den 2. Bezirk – wurde ebenfalls von artemezzo begleitet und es hat uns ganz wunderbar gefallen.
www.artemezzo.com/touren

Das Capri
Der perfekte Ausgangspunkt für einen Erkundungstrip durch Leopoldstadt ist das Hotel Das Capri.  Wer es betritt, bemerkt schnell, wieviel Mühe sich Inhaber Georg Pastuszyn und sein nettes Team bei der Einrichtung gegeben haben. Es lohnt sich, alle Bilder genau zu betrachten, denn diese sollen die Besucher dazu anregen, Wiener Geschichten zu entdecken. »Jede Etage des Hotels ist einem bestimmten Wiener Thema gewidmet – eine Hommage an die lebenswerteste Stadt der Welt«, sagt Pastuszyn. Nicht verpassen sollte man das Capri-Frühstück: Es gibt frische, regionale Produkte aus Wien und Umgebung, so zum Beispiel Melange, Mokka & Co. von der Wiener Traditionsrösterei Meinl, ausgewählte Bio-Teespezialitäten, Bio-Honig und hausgemachte Marmeladen. Das Capri hat bereits zahlreiche Nachhaltigkeitsauszeichnungen erhalten und ist Mitglied bei Green Pearls. Auf dieser Plattform  findet ihr Hotels, die sich den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit widmen und dabei trotzdem auf Luxus Wert  legen.
Praterstraße 44–46
www.dascapri.at

www.greenpearls.com

 Weitere Wien-Tipps von mir findet ihr in meinem Beitrag Die Schönheit dieser Stadt raubt mir den Atem – Citytrip durch Wien.



Vielen Dank an Das Capri für die Unterstützung meiner Reise!