Sie mutet fast künstlich an, diese Welt aus rund 1.200 kleinen Inselchen mit ihren zuckerweißen Stränden, dem in allerlei Türkis- und Blaunuancen leuchtendem Wasser und Palmen. Nur etwa 220 davon sind bewohnt. Und fast jede von ihnen für sich sieht aus, als sei sie einer Fototapete entsprungen. Kein Wunder also, dass die Malediven ihren Ruf als Paradies nie verloren haben und das Lieblingsziel vieler frisch Verliebter sind, die ihre Flitterwochen hier verbringen. Meine Tipps für einen Urlaub im Reethi Beach Resort, Baa Atoll, Malediven & Umgebung.

2011 wurde das Baa-Atoll zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt und sollte damit zum Vorbild für andere Atolle werden. Hotels und Resorts die hier angesiedelt sind, müssen finanzielle Beiträge zum Naturschutz leisten und verpflichten sich, die von der UNESCO und der Regierung vorgegebenen Auflagen zu erfüllen. Dazu gehört, dass die natürliche Schönheit der Region und die Kultur der Einheimischen geschützt werden.

Ein Traum von einem Strand: Reethi Beach

 „Natur with Comfort & Style“ – lautet das Motto des nachhaltig geführten Reethi Beach Resorts, das auf dem Baa Atoll im Norden der Malediven liegt. „Reethi“ bedeutet „schön“ auf Dhivehi (so heißt die Landessprache der Malediver). Hier findet ihr ein kleines Inselparadies, das sich perfekt für eine kleine romantische Auszeit zu zweit oder direkt zum Heiraten eignet, aber auch zum Schnorcheln und Tauchen. Eure Schuhe könnt ihr übrigens getrost zuhause lassen, denn der Dresscode lautet: barfuß.

Mein eigener Strandabschnitt, der zum Bungalow gehörte.

Und hier kommen meine Tipps für das Reethi Beach Resort, Baa Atoll, Malediven & Umgebung

Aktivitäten & Ausflüge

Schnorcheln und Tauchen
Die Insel hat ein eigenes S.C.U.B.A./SSI/PADI 5-Sterne Tauch-Center, an dem ihr euch Equipment ausleihen- und Touren buchen könnt. Zum angebotenen Programm gehören u.a. Tag- und Nachttauchgänge, zertifizierte Tauchbrevets wie Open Water, Referral, Nitrox, Advanced Open Water, Rettungstaucher sowie Tag- und Nacht-Schnorchelausflüge. Am Tauchcenter Sea Explorer erfahrt ihr auch, wo die letzten Manta- und Haisichtungen stattgefunden haben. Für Unentschlossene gibt es die Möglichkeit an einem kostenlosen Schnupper-Tauchkurs teilzunehmen. Das Team ist international aufgestellt und spricht u.a. Deutsch, Englisch und Französisch. Eine Tour führt zur Insel Madrivahoo, was übersetzt so viel wie „Insel der moskitofressenden Fledermäuse“ bedeutet, dort kann man sehr gut schnorcheln und tauchen.

Die Einheimischen besser kennenlernen – Ausflug zur Insel Kihaadhoo
Die Malediven sind ziemlich strikt in Urlaubsinseln und Inseln, auf denen die Einheimischen wohnen, unterteilt. Wenn ihr die Kultur der Malediver kennenlernen möchtet, könnt ihr zum Beispiel einen Ausflug auf die Einheimischen-Insel Kihaadhoo machen, die etwa 485 Einwohner hat. Dort wohnen auch einige Angestellte des Reethi Beach Resorts. Saman Haleem führte uns über seine Heimatinsel und erzählte uns viel zur Kultur der dort lebenden Menschen. Nachdem er in Malé studiert hatte, kam er zurück und arbeitet nun als Lehrer vor Ort.

Ein öffentlicher Platz auf der Einwohner-Insel Kihaadoo.

Wunderschön bemalt: die Schule auf Kihaadhoo.

Der 25-jährige Lehrer Saman Haleem mit seiner Frau.

Vor allem die wunderschönen Zitate am Schulgebäude haben es mir angetan. Nur der Spielplatz für die Kinder konnte bisher nicht fertig gestellt werden, ich würde mich freuen, wenn sich vielleicht irgendwann ein paar spendenfreudige Touristen finden, die den Einwohnern unter die Arme greifen … Denkt bei eurem Besuch daran, dass die meisten Malediver dem Islam angehören, ihr solltet euch angemessen kleiden, also die Schultern bedecken und nicht zu kurze Kleidung tragen.

Die fragile Lebenswelt der Korallen entdecken
Wusstet ihr, dass Korallen Tiere sind und keine Pflanzen? Das ist nur einer von vielen Fakten, die ich während meiner Malediven-Reise erfahren habe. Die Geheimnisse der Unterwasserwelt sind so faszinierend, dass ihr sie euch nicht entgehen lassen könntet und vor Ort gibt es viele Experten. Zum Beispiel die Meeresbiologin Patrizia, die im Reethi Beach Resort auch als Tauchlehrerin arbeitet. Unter ihrer Anleitung könnt ihr zum Beispiel an Korallenaufzuchtprogrammen teilnehmen. Immer mal wieder sind auch Forscher vor Ort, die spannende Vorträge zu diesem Thema halten. Ich hatte das Glück, Dr. Ameer Awad Abdulla und Dr. Paul Marshall anzutreffen, die seit 17 Jahren gemeinsam an verschiedenen meeresbiologischen Projekten arbeiten. Abdulla, der u.a. National Geographic Explorer ist, möchte seine Leidenschaft für das Meer und seine Bewohner teilen, sowohl mit Einheimischen als auch mit Touristen. Außerdem setzt er sich weltweit für den Schutz der Meere ein.

Begeisterte Meeresbiologen: Dr. Paul Marshall (links) und Dr. Ameer Awad Abdulla (rechts).

Wissenswertes vorab

Ein Hoch auf Digital Detox
Auf den Bungalows und in den Restaurants gibt es kein WLAN. Ich finde das super, denn so spricht man beim Essen mal wieder ganz ungestört miteinander und für das ein oder andere Pärchen kann so eine kleine Handy-Auszeit ganz überraschend bereichernd sein. Falls ihr gar nicht ohne auskommt, habt ihr die Möglichkeit, euch an der Rezeption ab etwa 11 Dollar einen Router mit Datenvolumen für euren Bungalow zu kaufen. An der Rezeption und an der Riya Beach Bar ist WLAN vorhanden, wie sich ziemlich schnell an all den Menschen, die auf Displays schauen, erkennen lässt.

So viel schöne Kulisse macht das Handy überflüssig.

Die richtige Sonnencreme wählen
Bis zu 6.000 Tonnen Sonnenschutzmittel landen nach Angaben der amerikanischen Meeresbehörde NOAA jedes Jahr auf den hochsensiblen Ökosystemen der Korallenriffe. Das erfuhr ich von Emma Bell, einer begeisterten Meeresbiologin, die derzeit auf Gili Lankanfushi arbeitet.  Natürlich ist Sonnenschutz wichtig, doch ein Blick auf die Inhaltsliste lohnt sich, denn vor allem Chemikalien wie Benzophenone-3 oder Octocrylen können die (sowieso schon angeschlagenen) Korallen schädigen. Ich persönlich würde euch Produkte von Naturkosmetikherstellern wie Lavera (lavera Sonnencreme LSF 30 UV Schutz ∙ Mineralischer Sonnenschutz ∙ Wasserfest ∙ Schützt sofort ∙ Bio Pflanzenwirkstoffe ✔ Naturkosmetik ✔ Natural Sun Protection ✔ Sonnenschutz 1er Pack, 75 ml) empfehlen, da diese mit mineralischen UV-Filtern arbeiten. Sie weißeln zwar etwas bei der Verwendung, sind dafür aber auch besonders verträglich. Mineralische Sonnencremes von zertifizierten Naturkosmetik-Herstellern sind übrigens auch grundsätzlich frei von Mikroplastik. Am umweltschonendsten wäre es natürlich, komplett auf Sonnencreme zu verzichten und z.B. lange Kleidung im Wasser zu tragen.

Grün gesäumte Pfade führen über die Insel.

Nachhaltigkeit im Reethi Beach Resort
Es gab viele Dinge, die mir hier sofort sehr positiv aufgefallen sind, zum Beispiel, dass das Trinkwasser auf der Insel in Glas- statt in Plastikflaschen abgefüllt war. Peter Gremes, General Manager des Reethi Beach Resorts, zeigte uns die hoteleigene Filteranlage, dank der aus Meerwasser Trinkwasser gewonnen wird. Dieses Konzept ist toll, wenn man bedenkt, dass weltweit jährlich etwa 4,8 – 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Meeren landen. Um den bisher unvermeidbar entstehenden Plastikmüll sinnvoll zu nutzen, arbeitet das Reethi Beach Resort mit Parley for the Oceans zusammen, einer Organisation aus Kreativen, Denkern und Führungskräften, die sich dafür einsetzen, das Bewusstsein über den Zustand unserer Ozeane zu schärfen, und gemeinsam Projekte zum Schutz und Erhalt der Weltmeere auf den Weg bringen. So entstehen aus dem Plastikmüll z.B. neue Produkte wie Schuhe.

Das Reethi Beach Resort hat bereits zahlreiche Auszeichnungen für sein nachhaltiges Engagement bekommen, so zum Beispiel dem KUONIs Green Planet Award und dem Gold Status bei Travelife. Außerdem ist es Partner zahlreicher Organisationen wie der IUCN (International Union for Conservation of Nature). Das Reethi Beach Resort ist Mitglied bei Green Pearls®. Auf dieser Plattform findet ihr ausschließlich Hotels, die sich den Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit widmen und dabei trotzdem Wert auf Luxus legen.

Mein Reiseführer-Tipp
Ich hatte mir das DuMont Reise-Taschenbuch Reiseführer Malediven: mit Online-Updates als Gratis-Download aus der Stadtbibliothek ausgeliehen. Dieser hat mir wegen seiner ausführlichen Informationen zu Natur und Kultur und dem Bildmaterial sehr gut gefallen.

Anreise Malediven
Von Frankfurt aus gibt es Direktflüge nach Malé, z.B. mit Condor. Wenn ihr euren CO₂-Fußabdruck kompensieren möchtet, der durch den Flug entsteht, geht das zum Beispiel über Atmosfair.

Eröffnet bald auf der Nachbarinsel: das Reethi Faru Resort
Ende des Jahres wird auf dem Raa Atoll übrigens das Reethi Faru Resort eröffnen, das zum Reethi Beach Resort gehört. Ich durfte mich vor Ort ein wenig umschauen und sogar ein kleines Orangenbäumchen auf dem neuen Gelände pflanzen.

Auf einem Steg des neuen Reethi Faru Resorts. Foto: @Reethi Faru Resort.

 

Vielen Dank an das Reethi Beach Resort, dass ich an dieser Pressereise teilnehmen durfte. Finanzielle Zuwendungen habe ich nicht erhalten.
Fotos: Rebecca Schirge. Fotos von mir: Katja Gutschmidt, Elisa Berger